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Das Potenzialfeld Multimodal Communication (MultiCom) ist ein Forschungsschwerpunkt an der Goethe-Universität im Rahmen des universitären Forschungsprofils und des Profilbereichs Universalität und Diversität.

 

Beschreibung

Kommunikation ist grundsätzlich multimodal. In gesprochenen Sprachen ergänzen visuelle und andere Modalitäten die gesprochene Sprache, etwa durch manuelle und mimische Gesten. Gebärdensprachen — Sprachen mit einem vollständig grammatikalisierten Kommunikationssystem im visuellen Bereich — können ebenfalls mehrere Ausdruckskanäle gleichzeitig nutzen, darunter manuelle Gebärden, Mimik, Körperhaltung und Kopfbewegungen. Schriftsprache integriert häufig visuelle Elemente wie Emojis oder Bilder, und auch in der Tierkommunikation findet sich Multimodalität, etwa wenn vokale und manuelle Signale miteinander kombiniert werden.

Innerhalb der theoretischen Linguistik ist Multimodalität ein vergleichsweise junges Forschungsfeld, das solche Phänomene in formale linguistische Theorien integrieren möchte. Ein zentrales Ziel besteht darin, die formalen Bestandteile visueller Kommunikation zu erfassen, indem bedeutungstragende Elemente in den kontinuierlichen Signalen von Körper-, Kopf-, Arm- und Handbewegungen identifiziert werden. Eine besondere Herausforderung liegt in der Analyse ikonischer und depiktiver Elemente — also vokaler oder visueller Ausdrücke, deren Form Aspekte ihrer Bedeutung widerspiegelt, wie etwa sprachbegleitende Gesten —, die sich bislang nur schwer in bestehende formale Modelle integrieren lassen.

Das Potenzialfeld Multimodal Communication verfolgt das Ziel, die Forschung zu Multimodalität an der Goethe-Universität und innerhalb der Rhein-Main-Universitäten (RMU) zu stärken, indem Räume für strukturierten Austausch über disziplinäre Grenzen hinweg geschaffen werden. Das Potenzialfeld ist dabei bewusst offen und explorativ angelegt und soll Forschende ins Gespräch bringen, deren Arbeit sich auf unterschiedliche Weise mit Multimodalität beschäftigt; etwa in der Linguistik, Literaturwissenschaft, Theater- und Performanceforschung, Anthropologie, Film- und Medienwissenschaft, Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Philosophie, Psychologie und Neurokognition, Musikwissenschaft, Informatik, Illustration und verwandten Bereichen.

 

Sprecher:innen

Cornelia Ebert
 
Cornelia Ebert
MultiCom-Interessen:
Gestures, co-speech demonstrations. 
 

Assoziierte Forscher:innen

Kathryn Barnes
 
MultiCom-Interessen:
Depiction in visual and spoken modality, multimodal interaction.
 
MultiCom-Interessen:
Co-speech gestures, gestures in Austronesian languages, stresslessness and gestures.
 
MultiCom-Interessen:
Brain mechanisms underlying multimodal language processing.
Alina Gregori
 
MultiCom-Interessen:
Co-speech gestures, gesture–prosody link, multimodal prominence, temporal alignment, iconicity.
Stefan Hinterwimmer
 
MultiCom-Interessen:
Interaction of speech and gesture, interaction of text and pictorial content, Internet memes.
Nikolaus Müller-Schöll
 
MultiCom-Interessen:
Multimodal theatre, gesture, juxtaposition of the elements in script-based theatre.
Simone Pfeifer
 
MultiCom-Interessen:
Multimodal curating, multimodality as process and public engagement, (p)reenactments, memes and appropriation.
Anna Pressler
 
MultiCom-Interessen:
Prosody, multimodal interaction.
Manfred Sailer
 
MultiCom-Interessen:
Idioms based on movement or body parts, non-linguistic perlocutionary effects, placeholder expressions (“thingamajig”, “uhm”, …).
 
MultiCom-Interessen:
Multimodal / metamodal representations of print, print-speech interactions and recalibration effects.
 
MultiCom-Interessen:
Expressivity in gesture, gesture semantics, multimodal response strategies.