Potentialfeld Multimodale Kommunikation

 

Das Potenzialfeld Multimodal Communication ist ein Forschungsschwerpunkt an der Goethe-Universität Frankfurt im Rahmen des Forschungsprofils und des Profilbereichs Universalität und Diversität.

Laufzeit: 1. Januar 2026 – 30. Juni 2027

 

Beschreibung

Kommunikation ist grundlegend multimodal. In Lautsprachen ergänzen visuelle und andere Modalitäten das gesprochene Wort durch manuelle und mimische Gesten. Gebärdensprachen – Sprachen mit einem vollständig grammatikalisierten Kommunikationssystem im visuellen Bereich – können ebenfalls mehrere Ausdruckskanäle gleichzeitig nutzen, darunter manuelle Gebärden, Mimik, Körperhaltung und Kopfbewegungen. Auch schriftliche Sprache integriert häufig visuelle Elemente wie Emojis oder Bilder, und selbst tierische Kommunikation weist Multimodalität auf, etwa wenn vokale und manuelle Signale kombiniert werden.

Innerhalb der theoretischen Linguistik ist Multimodalität ein vergleichsweise junges Forschungsfeld, das darauf abzielt, solche Phänomene in formale linguistische Theorien zu integrieren. Ein zentrales Anliegen besteht darin, die formalen Bestandteile visueller Kommunikation zu erfassen, indem bedeutungstragende Elemente innerhalb kontinuierlicher Signale von Körper-, Kopf-, Arm- und Handbewegungen identifiziert werden. Eine besondere Herausforderung stellt die Behandlung ikonischer und darstellender Elemente dar – also vokaler oder visueller Ausdrucksformen, deren Gestalt inhärent ihre Bedeutung widerspiegelt, wie etwa sprachbegleitende Gesten. Solche Elemente wurden in der theoretischen Linguistik lange vernachlässigt und entziehen sich einer formalen Modellierung mit bestehenden theoretischen Werkzeugen.

Aufbauend auf diesen Perspektiven etabliert das Potenzialfeld Multimodal Communication einen interdisziplinären Forschungsschwerpunkt zur multimodalen Kommunikation an der Goethe-Universität Frankfurt sowie innerhalb der Rhein-Main-Universitäten (RMU). Es vernetzt Forschende aus der Linguistik, Literaturwissenschaft, Theater- und Performancestudien, Film- und Medienwissenschaft sowie angrenzenden Bereichen wie Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Psychologie und Neurokognition, Musikwissenschaft und Informatik.

Das Potenzialfeld befasst sich mit einem breiten Spektrum multimodaler Phänomene, darunter Text-Bild-Kombinationen, visuelle und akustische Narrative, Fragen narrativer Kohärenz über Medien hinweg, literarische und künstlerische Ikonizität, multimodale Praktiken in historischen, kulturellen und religiösen Kontexten, die Rolle von Geste und Verkörperung in Theater, Performance und Interaktion sowie multimodale Kommunikation in digitalen und alltäglichen Zusammenhängen.

 

Leitung

Prof. Dr. Cornelia Ebert

Prof. Dr. Cornelia Ebert

Prof. Dr. Frank Kügler

Prof. Dr. Frank Kügler

 

 

Kontakt

Lennart Fritzsche (Projektmanager)
fritzsche@em.uni-frankfurt.de

 

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